Hintergrund

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, mit welcher wirklich jeder helfen kann, hatten zwei Gründungsmitglieder der Amebii Ghana Foundation im Mai 2014 eine Idee. Man wollte versuchen, allein durch das Sammeln und Einlösen von etwas, das ohnehin im Abfall landen würde, etwas zu erreichen. Das Projekt „Kronkorken helfen“ war geboren. Die Entscheidung, wofür die Einnahmen verwendet werden sollen, war schnell gefallen.

Um in Ghana ein Kind mit einer zweijährigen Krankenversicherung auszustatten, braucht es weniger als 5 Euro. Diese Summe kommt mit der Abgabe der Flaschenverschlüsse regelmäßig zustande. Mal dauert es ein paar Wochen, mal können mit einer Lieferung gleich mehrere Karten finanziert werden. Eine solche Versicherung läuft über zwei Jahre. Nach deren Ablauf verlängern wir sie selbstverständlich weiterhin, ebenfalls durch die Kronkorken finanziert.

Für unsere Schützlinge kann das lebensrettend sein. Denn ohne das Geld für die teure Behandlung in der Tasche oder eine solche Versicherung werden sie oft unbehandelt wieder nach Hause geschickt. Das ist bereits bei einem gebrochenen Arm eine Zumutung, bei einer Infizierung mit Malaria, Cholera und Co gar enorm wichtig, schnell zu handeln und dem kleinen Patienten eine gute medizinische Versorgung zukommen zu lassen.

Um ehrlich zu sein, waren wir uns zu Beginn dieser Aktion selbst nicht sicher, ob das Experiment glücken würde. Doch die Zweifel erwiesen sich als unbegründet, im näheren Umfeld war der Zuspruch sofort groß und die ersten Kronkorken fanden umgehend den Weg zu uns. Nach dem Schneeballprinzip wächst der Kreis der Sammelnden seither stetig. Was einst mit einem Eimer Flaschenverschlüssen – dem Überbleibsel einer Sammlung – begann, zieht inzwischen immer größere Kreise. Und spätestens seit die Initiative Wochen später online ging, war der Zuspruch unglaublich. Privatpersonen sowie Bildungseinrichtungen, Vereine, Gastronomen und andere Gruppen haben sich uns längst angeschlossen und sorgen für einen nicht abreißenden Strom an Hilfe. Mittlerweile erstreckt sich unser Einzugsgebiet von Bremen bis in den Stuttgarter Raum, wir zählen längst in Tonnen statt in Kilos und die Zahl der Unterstützer wächst stetig weiter. Immer mehr Menschen engagieren sich sogar über das Sammeln hinaus, richten Abgabestellen ein und involvieren weitere Institutionen zur Mithilfe sowie zusätzliche Wertstoffhändler als Endabnehmer.

Das besondere an „Kronkorken helfen“ ist, das wirklich jeder einen Teil zum großen Ganzen beitragen kann. Unabhängig von Alter, Beruf, finanzieller Situation oder weiterer Umstände, den einen oder anderen Kronkorken hat doch jeder mal in den Händen. Die Möglichkeiten uns zu unterstützen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. So kann jeder den Weg wählen, der seinem Naturell am ehesten entspricht. Und ganz nebenbei profitiert gleichzeitig auch die Umwelt davon.

Dieses Projekt ist langfristig angelegt und auch in Zukunft noch auf die Unterstützung der längst zahlreichen Helfer angewiesen.